Wörschweiler, Zisterzienserkloster

2007-2010: Betreuung studentischer Bauaufnahmen,
2011: Dokumentation und Bauforschung Refektorium,
2012: Dokumentation und Bauforschung Kirche.
Die Ergebnisse fließen in einen Kunstführer im Verlag
Schnell & Steiner ein.
Kloster Wörschweiler wurde vor 1131 als Priorat der Benediktinerabtei Hornbach und als Grablege von Graf Friedrich von Saarwerden und seiner Frau Gertrud gegründet. Im Jahr 1171 übertrugen ihre Enkel, die Grafen Ludwig der Ältere und der Jüngere, das nicht gedeihene Priorat an den Zisterzienserorden, um mittels des Reformordens die nachlassende Klosterdisziplin wieder herzustellen. Unmittelbar nach der Übertragung wurde das Kloster vom regionalen Adel, neben den Grafen von Saarwerden u.a. die Grafen von Homburg und ab dem frühen 13. Jahrhundert die Grafen von Blieskastel, Zweibrücken, Sponheim und Veldenz, reich beschenkt.

Das Kloster wurde 1558 unter der Herrschaft Zweibrücken im Zuge der Reformation aufgelöst und in ein herzögliches Stiftsgut umgewandelt. Durch Unachtsamkeit des Verwalters zerstörte ein Brand 1614 die Baulichkeiten, die im Dreißigjährigen Krieg zudem Brandschatzungen und Plünderungen ausgesetzt waren. Erst 1872 wurde dem fortschreitenden Verfall nach Übergang in Privateigentum Einhalt geboten.
Grabungskampagnen in den Jahren 1954 bis 1958 durch Johann Schmoll gen. Eisenwerth haben den Kirchen- und Klostergrundriss weitgehend geklärt, jedoch zugleich rekonstruierend verändert.

Im Jahr 2009 wurde die „Stiftung Klosterruine Wörschweiler“ mit dem Ziel der Erhaltung der Ruine gegründet. Nach Restaurierungen der in großen Teilen aufrecht stehenden Kirchenwestwand und der südlichen Querhauswand wurde im Frühjahr 2011 die Südwand des ehemaligen Refektoriums und der westlich anschließenden Küche bzw. ihrer jeweiligen Kellergeschosse mit der Absicht einer anschließenden Mauerwerkssanierung freigelegt.

Bei der Grabung wurden überraschend zwei Schlusssteine des ehemaligen Refektoriumgewölbes gefunden, die gemeinsam mit zahlreich gefundenen Rippensteinen eine zeichnerische Rekonstruktion des Gewölbes ermöglichten.


Der Raum war mit drei querrechteckigen Jochen über die Breite von 8,40 m stützenfrei überwölbt. Das Gewölbe übertraf damit die Spannweite der Mittelschiffjoche der Kirche um ca. 1 m und erklärt die Mächtigkeit sowohl der südlichen Außenwand des Refektoriums als auch der nochmals verstärkenden Strebepfeiler, zumal der Raum auf einem nicht gewölbten Kellergeschoss und am Berghang lag.

(Weitere Angaben folgen in einem Sammelband des Landesdenkmalamts des Saarlands zum Thema Bauforschung, voraussichtlich 2013).